Die Patroninnen des Aletta Haniel Programms
© Anna-Lena Winkler
Motiviert ins Berufsleben

Aletta Haniel Programm

Das Aletta Haniel Programm richtet sich an Schüler ab der 8. Klasse, die Gefahr laufen, keinen oder nur einen schlechten Abschluss zu machen. Dilara Cengiz war Teilnehmerin - Dank des Programms hat sie ihren Ausbildungsplatz gefunden: Mit genug Selbstvertrauen und dem Wissen um die eigenen Stärken hat sie ihren Berufseinstieg bei DPD GeoPost in Duisburg geschafft. Nun plant sie ihre Zukunft.

Dilara Cengiz hat es geschafft: Die 20-jährige Auszubildende der DPD GeoPost in Duisburg steht kurz vor ihrem Abschluss zur Bürokauffrau. Anfang 2010 sah es für sie noch nicht so gut aus, denn Dilara war keine gute Schülerin. Darum sagte sie zu, als sie mit 29 weiteren Schülerinnen und Schülern ihrer Gesamtschule das Angebot erhielt, in das »Aletta Haniel Programm« aufgenommen zu werden. »Ich habe mich dafür beworben, weil ich einen guten Schulabschluss machen möchte. Zurzeit sind meine Noten leider nicht so gut – vor allem in Mathe habe ich Probleme. Ich hoffe, dass ich mich durch den Förderunterricht verbessern kann«, sagte die damals 14-Jährige.

Stärkenorientiert

Nun liegt nur noch eine Prüfung vor Dilara. »Wenn ich die bestehe, werde ich 2016 direkt von der DPD als Bürokaufrau übernommen. Über das Angebot freue ich mich sehr, denn das ist genau der Bereich, in dem ich arbeiten will«, erzählt sie heute. Lange Zeit sei ihr nicht klar gewesen, wie sie ihre Zukunft planen sollte. »Hier hat mir das ›Aletta Haniel Programm‹ sehr geholfen. Gerade in der 8. Klasse hatte ich keine Lust zu lernen. Ich wollte lieber mit meinen Freunden Zeit verbringen. Die beiden Mitarbeiter des Programms haben aber nicht locker gelassen und mir in zahlreichen Gesprächen klar gemacht, dass es wichtig ist, schon jetzt an die Zukunft zu denken. Sie haben immer an mich geglaubt. Dadurch habe ich Selbstvertrauen gewonnen und gelernt, an meinen Stärken und Schwächen zu arbeiten.« Schnell hat sie festgestellt, dass sie sehr gerne organisiert und leicht den Überblick behält – Fähigkeiten, die man als Bürokauffrau braucht.

© Bettina Engel-Albustin

Mit 14 Jahren hat sich Dilara Cengiz für das »Aletta Haniel Programm« beworben

Chancengeber

»Diese Stärkenorientierung hat uns beim ›Aletta Haniel Programm‹ von Anfang an überzeugt«, erzählt Dilaras Ausbildungskoordinatorin Margarete Schadach. »Es geht uns darum, Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Schulnoten sind da erst mal zweitranging. Denn wir sind der Meinung, dass auch Jugendliche, die keine 1,0 auf dem Zeugnis haben, sehr gute Auszubildende sein können, durch ihre Motivation und ihre Zuverlässigkeit. Das alles bilden Noten nicht ab. Viel wichtiger ist doch, dass die Jugendlichen wissen, was sie wollen und was sie können. Das sollen sie uns zeigen – denn jeder hat eine Chance verdient.« Dilara kam über ein zweiwöchiges Betriebspraktikum zur DPD GeoPost. Das Logistikunternehmen kooperiert von Anfang an mit dem »Aletta Haniel Programm«, indem es Praktikumsplätze anbietet. »Wir haben bei Dilara gleich gesehen: In diesem Bereich ist sie richtig. Hier geht sie auf und kann ihr Talent voll einsetzen. Wir haben ihr dann in der 9. Klasse ein einjähriges Langzeitpraktikum angeboten. Einmal in der Woche kam sie zu uns. Am Ende war beiden Seiten klar: Das passt – und wir konnten Dilara als Auszubildende gewinnen.«

Mein Plan ist es, in den nächsten Jahren noch ein BWL-Studium zu machen. Vielleicht kann ich dann irgendwann auch mal für einige Zeit im Ausland arbeiten.

Dilara Cengiz

Zukunftspläne

Durch das »Aletta Haniel Programm« hat Dilara genug Selbstvertrauen und Mut gewonnen, um ihre Zukunft jetzt selbst zu planen. Sie weiß mittlerweile, wo ihre Stärken liegen und wie sie ihre eigenen Ziele erreichen kann. Bei DPD GeoPost fühlt sie sich gut aufgehoben.

»Zur Zeit bin ich im Bereich ›Transport‹, in der Abteilung ›Rückholungen‹ eingesetzt und werde hier auch nach meiner Ausbildung bleiben. Mir gefällt besonders gut an meiner Arbeit, dass ich jeden Tag mit vielen Menschen in Kontakt bin und dabei auch sehr unterschiedliche Kundenanfragen bekomme. Um für jeden Kunden die bestmögliche Lösung zu finden, arbeite ich mit allen anderen Abteilung der DPD zusammen. Diese Vielfalt begeistert mich.« Ihre Pläne für die Zukunft? »An die Zukunft denke ich jetzt gerne«, sagt sie und lacht. »Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich gemerkt, wie viel Spaß es macht, zu lernen. Mein Plan ist es, in den nächsten Jahren noch ein BWL-Studium zu machen. Vielleicht kann ich dann irgendwann auch mal für einige Zeit im Ausland arbeiten. Das wäre mein großer Traum.«Eine neue E-Mail geht ein. Ein Kunde bittet um Rückruf. Zweimal hat DPD vergeblich versucht, ihm ein Paket zuzustellen. Dilara greift zum Hörer. »Guten Tag, Dilara Cengiz von DPD GeoPost am Apparat. Sie baten um Rückruf, wie kann ich Ihnen helfen?«

© Alexander Muchnik

SCHIRMHERR
Experte aus der Praxis – Dr. Stefan Dietzfelbinger

Die Haniel Stiftung freut sich, mit Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve, einen sehr kompetenten und engagierten Schirmherren für das „Aletta Haniel Programm – Die Chance für Deine Zukunft“ gewonnen zu haben. Er ist seit Schuljahresstart 2013/2014 Schirmherr des Programms und teilt mit der Haniel Stiftung die Auffassung, dass Berufsorientierungsangebote, die den Übergang von der Schule in die Ausbildung fördern, verstärkt werden müssen.

"Für Jugendliche ist der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf oft eine große Schwelle. Zugleich werden mit Abschluss der Schule die Weichen gestellt für ein erfolgreiches Berufsleben, für ein selbst bestimmtes und erfülltes Leben und für die materielle Sicherung der eigenen Existenz", so Dietzfelbinger. "Es lohnt sich also für die Jugendlichen, für die Eltern, für die Unternehmen und für die gesamte Gesellschaft alles dafür zu tun, dass dieser Übergang gut gelingt. Das Aletta Haniel Programm bietet den Schülerinnen und Schülern sehr gute Unterstützung an und führt die Jugendlichen zum Erfolg. Deshalb bin ich sehr gern Schirmherr dieser Initiative. Das Aletta Haniel Programm hilft, so wie viele Aktivitäten unserer IHK, dass Jugendliche mit Selbstbewusstsein und Freude in den neuen wichtigen Lebensabschnitt durchstarten können."

Dr. Dietzfelbinger leitet seit 2005 die Niederrheinische IHK. Nach seinem Studium der Physik an den Universitäten Freiburg und Sussex (England) promovierte er an der Universität zu Köln. Vor seiner Tätigkeit in Duisburg war er unter anderem Geschäftsführer der IHK-Unternehmens- und Technologie-Beratung Karlsruhe und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, Krefeld.

Von Haniel Stiftung

© Haniel

Das Programm ist nach Aletta Haniel (1742-1815) benannt, deren Vater das Stifterunternehmen gründete. Sie war eine Person mit Vorbildcharakter: Nach dem frühen Tod ihres Ehemanns übernahm Aletta Haniel die Verantwortung für das Familienunternehmen. Sie nutzte ideenreich die Chancen, die sich ihr als Geschäftsfrau boten. Zum Beispiel weitete sie den Kolonialwarenhandel auf Eisenwaren und Kohle aus. Parallel sorgte sie für eine umfassende Ausbildung ihrer Söhne und schuf so die Grundlage für deren späteren Erfolg. Aletta Haniel trug mit ihren Entscheidungen maßgeblich dazu bei, dass Franz und Gerhard zu den Industrie-Pionieren des Ruhrgebiets wurden.

Das Aletta Haniel Programm finden Sie auch online. Die Homepage wird von den Teilnehmern des Programms selbst gestaltet. Hier können sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichten und lernen den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet.
Zur Aletta Haniel-Homepage

Eine Broschüre regt zum Mitmachen an.

Sehen Sie hier auch ein Video über das Aletta Haniel Programm an.

https://www.youtube.com/watch?v=i7BuKUbZIKk

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