© Stefan Brendgen
Austausch und Wandel vorantreiben

Veranstaltungen

Mit ihren Veranstaltungen regt die Haniel Stiftung Menschen zum Dialog an: Sie vermittelt zwischen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Und sie verbindet Nachwuchskräfte auf der ganzen Welt. Thematisch greift die Haniel Stiftung stets internationale Entwicklungen auf, die sich auf unternehmerisches Handeln in gesellschaftlicher Verantwortung auswirken – aktuell und in Zukunft.

Die Haniel Stiftung widmet sich mit der 1993 gegründeten Veranstaltung »Haniel Lecture« sowie dem 2007 gegründeten »Haniel Circle« proaktiv dem gesellschaftlichen Austausch und Wandel. Beide Veranstaltungen beleuchten stets aktuelle Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, wobei unterschiedliche beruf­liche und nationale Perspektiven der Referenten zu einer intensiven Auseinandersetzung beitragen.

Während die »Haniel Lecture« anhand von Experten-Vorträgen ein größeres Publikum von bis zu 200 Gästen adressiert und anschließend Raum für gemeinsame Diskussionen bietet, trifft sich beim »Haniel Circle« ein kleinerer Kreis von Fachleuten zu einem Diskussionsforum. Die Ergebnisse werden anschließend in der Buchreihe »Duisburger Dialoge« in einem Sammelband publiziert.

Haniel Circle 2015

Freiheit und Gemeinwohl

»Eine auf Demokratie und Rechtsstaat, auf die Gewährleistung von Grund- und Menschen­rechten setzende Verfassung kann das unvermeidbare Spannungsverhältnis von individuellem Eigennutz und Gemeinsinn oder Gemeinwohlverpflichtung des Bürgers nicht einseitig auflösen. Sie gewährleistet dem Bürger weder einen unbegrenzten Freiraum für ein ausschließlich ›egoistisches Nutzenkalkül‹ noch konfrontiert sie ihn ›unvermittelt mit der Tugendzumutung der Gemeinwohlorientierung‹ (Walter Berka). Der Einzelne wird nicht gleich zum ›schlechten Bürger‹, wenn er sich privatnützig verhält und seine eigenen Interessen verfolgt«

Prof. Dr. Dres. h.c. Hans-Jürgen Papier, Staatsrechtswissenschaftler und langjähriger Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

Haniel Lecture 2014
Frankreichs Rolle in Europa

»Europa steht heute an einem Scheideweg. Natürlich sind die Grund­lagen, aus denen die ursprüngliche Vision hervorgegangen ist, noch immer relevant. Aber die Welt hat sich in den letzten 60 Jahren verändert (…). Wenn wir zurück zu unseren Wurzeln gehen wollen, (…) dann müssen wir wohl auch die Welt verstehen, in der wir uns dann bewegen werden. (…) Wenn es uns gelingt, die französisch-deutsche oder die deutsch-französische Europa-Vision wieder auf solide Füße zu stellen, dann hat dieser Kontinent eine Zukunft, dann gibt es eine Aussicht für die Länder, die ​ vor nunmehr 60 Jahren die Vision einer gemeinsamen Zukunft hatten, einer Zukunft in Frieden und Wohlstand«

Henri de Castries, CEO und Chairman der AXA Group.

Haniel Circle 2013

Ressource Begabung

»Die Feststellung, dass Deutschland ein rohstoffarmes Land und deshalb extrem von der ›Ressource Begabung‹ abhängig ist, kann man fast als eine Binsen­weisheit ansehen. Erstaunlicherweise werden aus dieser Erkenntnis noch nicht genügend die notwendigen Schlüsse gezogen. Die Förderung begabter junger Menschen muss zum einen viel früher geschehen und viel inten­siver betrieben werden als es bisher der Fall war. Es ist ein Irrtum zu glauben, es genüge, Begabte über Stipendien zu fördern und sie sich dann einfach ›entwickeln‹ zu lassen. Auch sie brauchen schon früh Vorbilder, Ermutigung, Förderung und zugleich Freiräume für ihre hohe Kreativität. Zugleich ist die Distanz zwischen den meisten bestehenden Förderwerken und der Wirtschaft noch sehr groß«

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth – Langjähriger Direktor des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen und langjähriger Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Haniel Lecture 2012

Civilization – The West and the Rest

»Die westliche Vormachtstellung war eine 500-jährige Geschichte von institutionellen Vorteilen. Der Westen ging voran, weil seine Institutionen und die Ideen, die diese Institutionen verbreiteten, überlegen waren. Aber in unserer Zeit ist dieser Vorteil auf zwei Arten verloren gegangen: Einmal, weil der Rest zumindest einige unserer Killer-Apps heruntergeladen hat, aber und vielleicht viel beunruhigender: auch weil wir angefangen haben, unsere Arbeitsethik (…) und ebenso uns­eren wissenschaft­lichen Vorteil zu verlieren, indem wir fortwährend das Niveau der Qualität unserer Ausbildung herunterschrauben, die wir unseren Kindern anbieten«

Prof. Niall Ferguson, MA, Dr. phil. Laurence-A.-Tisch-Professor für Geschichte an der Harvard University.

Haniel Circle 2011

Wer macht die Arbeit morgen?

»Diejenigen, die bislang ihr Potential auf dem Arbeitsmarkt nicht voll entfalten konnten, gilt es jetzt gezielt zu fördern. Und das sind in unserem Land drei Gruppen, die wir aus immer wiederkehrenden Diskussionen sehr wohl kennen. Es sind die Frauen, es sind die sozial benachteiligten Kinder und Jugendlichen und es sind die Älteren. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind in der Pflicht, sich den Herausforderungen gemeinsam zu stellen. Zum Beispiel, indem sie die Durchlässigkeit des Bildungssystems und damit die sozialen Aufstiegschancen für Kinder und Jugendliche verbessern – durch mehr Ganztagsschulen und Hilfe von Anfang an«

Dr. Ursula von der Leyen, MdB 2009 bis 2013 Bundesministerin für Arbeit und Soziales, seit 2013 Bundesministerin der Verteidigung.

Haniel Lecture 2010

Leben um zu arbeiten oder umgekehrt?

»Wir tendieren dazu, das, was wir beruflich machen, und das, was uns als Mensch ausmacht, zu vermischen. Deswegen ist unser Selbstwertgefühl ein Gefangener unserer wechselnden beruflichen Rollen. Wenn beispielsweise völlig über­raschend etwas auf dem US-amerikanischen Aktienmarkt passiert, während Sie gerade viertausend Meilen entfernt sind, und plötzlich die Aktienkurse in den Keller schießen, dann ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass dieses Ereignis nichts Persönliches ist. Es betrifft Sie nicht als Mensch. (…) Wenn Sie anfangen, sich mit Ihrer beruflichen Rolle stark zu identifizieren, vergessen Sie den großen Reichtum dessen, was Sie als Mensch ausmacht. Und was passiert, wenn Sie aus dieser Rolle ausscheiden? Sie bekommen das Gefühl, Ihr Leben habe keine Bedeutung mehr«

Prof. Dr. med. Ronald Heifetz Gründungsdirektor des Center for Public Leadership und King Hussein bin Talal Senior Lecturer in Public Leadership an der HARVARD Kennedy School.