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Stipendiatenseminar

Ein Wochenende in Heidelberg oder ein Jahr auf dem Mars?

Vom 03. bis 05. Februar fand das dreitägige Stipendiatenseminar in Heidelberg statt. Gemeinsam mit den Stipendiaten der Klaus Tschira Stiftung und der Haniel Stiftung drehte sich ein Wochenende lang alles um das Thema „Spitzenleistung im Beruf und Verantwortung für die Gesellschaft“. Spezielles Augenmerk lag dabei auf der Frage, was Stipendiaten und Alumni der beiden Stiftungen bei ihren Karrieren in Academia, Business und Public Sector verbindet.

So wie schon Franz Haniel vor rund 260 Jahren, so spielt auch heute noch ein verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln für die Firma Haniel und die Haniel Stiftung eine große Rolle. Im Sinne Franz Haniels möchte das Unternehmen nicht auf dem Rücken, sondern als Teil der Gesellschaft handeln. Um diesen Wert auch einer jüngeren Generation weiterzugeben, fördert die Haniel Stiftung jährlich Studentinnen und Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen im In- und Ausland. Seit der Stiftungsgründung 1988 wurde so über 1500 Studentinnen und Studenten ein Studium an den besten Universitäten der Welt ermöglicht.

Jedes Jahr lädt die Stiftung deswegen Stipendiaten und Alumni der Stiftung zu einem dreitägigen Seminar ein, bei dem vor allem der Austausch und das gemeinsame Netzwerken im Vordergrund stehen. Zum zweiten Mal veranstaltete die Haniel Stiftung das Treffen gemeinsam mit der Klaus Tschira Stiftung, die vor allem herausragende Studenten in naturwissenschaftlichen Fächern fördert.

Nach einem gemütlichen Wiedersehen am Freitagabend in der „Kulturbrauerei Heidelberg“, erwartete die Stipendiaten am Samstag ein längeres und intensiveres Programm. Tagungsort war das geschichtsträchtige Studio Villa Bosch, das ehemalige Studiogebäude des Südwestdeutschen Rundfunks. Die angrenzende Villa und heutiger Sitz der Klaus Tschira Stiftung gehörte einst dem Nobelpreisträger Carl Bosch. In dieser besonderen Atmosphäre drehte sich einen Tag lang alles um das Thema „Spitzenleistung im Beruf und Verantwortung für die Gesellschaft“. Der Fokus lag auf der Frage, was die unterschiedlichen Stipendiaten bei ihren Karrieren in Academia, Public und Business verbindet und was es bedeutet, sein Leben der Wissenschaft zu widmen. Niemand besseres hätte darüber einen Inputvortrag halten können als Klaus Tschira Preisträgern Dr. Christiane Heinicke. Sie und fünf weitere Wissenschaftler verbrachten ein Jahr lang in der HI-SEAS-Raumstation auf Hawaii, um die psychischen Strapazen einer Marsexpedition zu simulieren.

Inputvortrag von Dr. Christiane Heinicke

2500 Meter über dem Meeresspiegel, am Hang des Vulkans Mauna Loa in Hawaii verbrachten die sechs Wissenschaftler zwölf Monate in marsähnlicher Umgebung. Weitestgehend auf sich alleine gestellt wurde die Gruppe vor allem in Hinblick auf ihre psychologische Verfassung beobachtet. „Adaptibility“ -  Anpassungsfähigkeit - so Dr. Christiane Heinicke, ist unter diesen Bedingungen ein sehr vorteilhafter Charakterzug, den man sich und den restlichen Expeditionsteilnehmern wünscht. Mit begrenzten Ressourcen an Wasser (acht Minuten Duschzeit pro Woche), Essen und Equipment muss man sich zurücknehmen können. Ob sie nach dieser Erfahrung bereit wäre, an einer wirklichen Marsexpedition teilzunehmen, möchte einer der Teilnehmer wissen, was Dr. Christiane Heinicke bejaht. „If you want to ensure to survive as a species, we have to start today.“ Nicht unbedingt die Reise zum Mars, aber das eigene Leben der Wissenschaft zu widmen, das können sich viele Teilnehmer vorstellen.

©Alexander Muchnik

Dr. Christiane Heinicke bei ihrem Inputvortrag "Eine Jahr auf dem Mars - Leben für die Wissenschaft"

Im zweiten Teil der Veranstaltung drehte sich deswegen alles um verschiedene Berufsfelder und Besonderheiten der Arbeit im wissenschaftlichen Bereich. In einer Postersession und Workshops am Nachmittag hatten die Teilnehmer nicht nur die Gelegenheit sich kennenzulernen, sondern auch sich interdisziplinär auszutauschen. Mit den Workshop-Referenten Professor Dr. Sascha Spoun, Universitätspräsident der Leuphana Universität Lüneburg, Manuel Hartung Ressortleiter ZEIT Chancen und Prof. Dr. Michael Boutros vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Universität Heidelberg wurde intensiv in Gruppen zu den Themen „Freiheit der Wissenschaft“, „Wissenschaftsjournalismus“ und „Karrierewege in der Wissenschaft“ gearbeitet.

 

Am Abend wurden die Stipendiaten durch das Heidelberger Schloss geführt, um anschließend bei einem gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück mit vielen neuen Kontakten und Eindrücken zurück an Universitäten, in die Unternehmen und NGOs weltweit.

Von Haniel Stiftung