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Bildungschancen

So arbeiten Teach First Deutschland Fellows während der Corona-Krise

Für die Teach First Deutschland Fellows aus unserem Duisburger „Bildung als Chance“-Netzwerk ist die aktuelle Situation, wie für uns alle, außergewöhnlich: ihre Einsatzschulen sind geschlossen – die große Herausforderung ist es nun, trotzdem mit den Schülerinnen und Schülern, denen es nicht selten an technischer Ausstattung, Hilfe aus dem sozialen Umfeld sowie einem ruhigen Lernbereich zuhause mangelt, in Kontakt zu bleiben, und sie „aus der Ferne“ bestmöglich zu unterstützen. Die Fellows Jasmin Friese, Leoni Böttcher und Leonie Achterhold berichten hier aus ihrem neuen Arbeitsalltag während der Corona-Krise.

Jasmin Friese, Aletta-Haniel-Gesamtschule in Ruhrort:

Ich arbeite im Homeoffice, stehe aber trotzdem im regen digitalen Austausch mit meinen Schülerinnen und Schülern. Die Situation ist herausfordernd, bietet mir aber auch die Möglichkeit, viele digitale Lernformate auszuprobieren. Auf unserer Homepage https://aletta-haniel-gesamtschule.de/ haben wir einige Informationen öffentlich zugänglich gemacht, wie wir möglichst viele Schülerinnen und Schüler digital mit Lernstoff und einfachen sportlichen Kräftigungsübungen für Zuhause versorgen können. Beispielsweise habe ich ein kompaktes Bildmaterial hergestellt, damit die Kids diese Übungen Zuhause, zwischen Schreibtisch und Stuhl, nachmachen können und dadurch gesund bleiben. Uns ist jedoch auch bewusst, dass ihre Möglichkeit, Zuhause digital zu lernen, begrenzt ist. Um sie trotzdem zu erreichen, nutze ich die sozialen Medien, in denen sie sich oft und gern aufhalten. Auf diesem Weg kann ich ihnen Lernangebote machen, die ihnen Spaß machen. Wir lassen unsere Schülerinnen und Schüler also auch in dieser herausfordernden Zeit nicht allein.

 

Leoni Böttcher, Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Marxloh:

Die Corona-Krise bedeutet einen riesigen Einschnitt für unsere Arbeit als Fellows, schließlich können wir unsere Schülerinnen und Schüler momentan nicht mehr sehen. Bisher bestand meine Arbeit in erster Linie im Beziehungsaufbau, da ich erst seit wenigen Monaten an der Schule tätig bin. Dies digital fortzuführen ist schwierig, vor allem weil die Kontaktaufnahme zu den Schülerinnen und Schülern, die leider über geringe Sprach- und Medienkompetenz verfügen, eine Herausforderung darstellt. Umso mehr freue ich mich, wenn ich dann doch Antworten auf meine Mails erhalte!
Momentan widme ich mich vor allem Rechercheaufgaben und dem Schulgarten. Außerdem bin ich in der Notbetreuung meiner Schule eingesetzt. Die Betreuung wird nur von einer Schülerin in Anspruch genommen. Zuerst dachte ich, das sei total langweilig für sie – so ganz ohne andere Kinder. Sie scheint die Aufmerksamkeit jedoch zu genießen und kann sich in vielen Dingen super einbringen: Sei es beim Umgraben der Hochbeete im Schulgarten, beim Blumengießen oder als Dolmetscherin beim Versuch der Kontaktaufnahme zu Schülerinnen und Schülern der Internationalen Klassen.
Positiv hervorzuheben sind in dieser Zeit außerdem der rege Austausch unter den Fellows und das Engagement der Förderer, die versuchen, die Schülerinnen und Schüler in dieser schwierigen Situation möglichst gut zu unterstützen.

 

Die Corona-Krise macht das Thema Bildungsungleichheit aktueller denn je. Ich versuche daher als Fellow von Teach First Deutschland meinen Schülerinnen und Schülern weiterhin als Bezugsperson zur Verfügung zu stehen, um sie in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. 

Leonie Achterhold

 

Leonie Achterhold, Sekundarschule am Biegerpark im Duisburger Süden:

Meine Arbeit hat sich durch die Corona-Krise insofern verändert, als dass der direkte, persönliche Kontakt zu meinen Schülerinnen und Schülern weggebrochen ist. Jedoch macht die Corona-Krise das Thema Bildungsungleichheit aktueller denn je. Ich versuche daher als Fellow meinen Schülerinnen und Schülern weiterhin als Bezugsperson zur Verfügung zu stehen, um sie in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. Die größte Herausforderung in der aktuellen Situation ist der Aufbau und Erhalt des Kontakts mit den Schülerinnen und Schülern. Man weiß nicht – antworten sie nicht, weil es ihnen gut geht und sie im Moment keine Unterstützung brauchen? Oder fehlt es an den (technischen) Möglichkeiten und der Motivation?

 

Von Haniel Stiftung