© Alexander Muchnik
Aletta Haniel Programm

Auf Tuchfühlung mit dem Arbeitgeber von morgen

Bei einer Berufsorientierungsmesse im September konnten Schülerinnen und Schüler der Aletta-Haniel-Gesamtschule ihre Perspektiven nach dem Abschluss ausloten.

Viel los in der Turnhalle der Aletta-Haniel-Gesamtschule in Duisburg-Ruhrort. Doch Sport wird hier heute ausnahmsweise nicht getrieben. Stattdessen steht die Berufsorientierungsmesse „Deine Zukunft! Ihre Chance!“ auf dem Plan - mit Begeisterung und Engagement organisiert vom Team des Aletta-Haniel-Programms: Schewa van Uden und Tirapong Schier. Zu Beginn spricht Lehrerin Susanne Deden einige Begrüßungs- und Dankesworte ins Mikrofon und auch der Duisburger Integrationsdezernent Ralf Krumpholz lässt es sich nicht nehmen, persönliche Worte an die Schüler und Standbetreiber zu richten. Dann geht es auch schon los: unzählige Interessenten, hauptsächlich aus der Oberstufe, tasten sich erst etwas schüchtern, dann mit immer mehr Selbstbewusstsein und Neugier an die Infostände heran.

Die Messe hat sich, seit sie vor zwei Jahren zum ersten Mal stattfand, vergrößert: 41 Unternehmen, Vereine und andere potentielle Arbeitgeber stellen sich und die beruflichen Möglichkeiten, die sich Schulabgängern bei ihnen bieten, vor. Dabei sind Discounter-Riesen wie Lidl und Aldi, der Paketdienst dpd, die Krankenkassen AOK und Barmer, Bundeswehr, Polizei, das Helios Klinikum Duisburg und viele mehr. Schewa van Uden ist stolz darauf, gemeinsam mit ihren Mitstreitern so zahlreiche Arbeitgeber von einer Teilnahme überzeugt zu haben.

Tipps von „echten Polizisten“

Für die Schüler bietet die Messe eine gute Gelegenheit, sich über Ideen für ihren Berufseinstieg mit Vertretern aus dem jeweiligen Berufszweig direkt auszutauschen. Viele suchen auch einen Platz für ihr Schulpraktikum. Die 16-jährige Joline interessiert sich beispielsweise für eine Karriere bei der Polizei, speziell in der Mordkommission, und kann sich auf der Messe Tipps von „echten Polizisten“ holen. Der 19-jährige Justin und die 15-jährige Pia informieren sich umfangreich über eine mögliche Karriere im medizinischen Bereich bei der Bundeswehr. „Der Numerus Clausus für Medizin an den großen Universitäten ist sehr hoch. Bei der Bundeswehr ist es möglich, auch mit einem etwas niedrigeren Notendurchschnitt eine gute medizinische Ausbildung zu erhalten“, erzählt Justin im Anschluss.

Ganz angetan von der familiären Atmosphäre der Messe ist Klaus Barbion von der AOK. Er arbeitet auch abseits der Veranstaltung eng mit der Aletta-Haniel-Gesamtschule zusammen, bietet Bewerbungstrainings und Seminare für soziale Kompetenz an. „Auf den großen Messen geht es oft so unpersönlich zu, dass man mit den Jugendlichen gar nicht richtig ins Gespräch kommt. Das ist hier anders“, so Barbion. Die AOK sieht sich, wie viele andere Unternehmen auch, vor das Problem gestellt, dass es immer schwieriger wird, genügend qualifizierte Bewerber für die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze zu finden. Auch Jörg-Horst Lusch von der Sparkasse Duisburg gefällt das Flair der Veranstaltung und die Wertschätzung, die Arbeitgeber hier erfahren. „Wo sonst bekommt man in regelmäßigen Abständen Getränke und Kleinigkeiten zu Essen an den Stand gebracht?“, scherzt er. Bei ihm erkundigen sich Schüler beispielsweise nach einem dualen Studium bei der Sparkasse.

Es scheint sich für alle Beteiligten gelohnt zu haben. Einige Schüler haben hier sogar einen Praktikumsplatz gefunden.

Schewa van Uden

Lehrerin Susanne Deden ist zufrieden mit dem Verlauf des Tages. Ihr ist es wichtig, Schülern bei der Berufswahl zu helfen. „Viele bekommen diese Unterstützung von Zuhause aus nicht.“ Auch Organisatorin Schewa van Uden zieht eine positive Bilanz: „Es scheint sich für alle Beteiligten gelohnt zu haben. Einige Schüler haben hier sogar einen Praktikumsplatz gefunden“. Sie ist optimistisch, dass die Messe in zwei Jahren wieder stattfinden wird – vielleicht sogar mit noch mehr Ständen. Mert (17) hat auch schon eine Idee: „Ich würde später gerne in der IT-Branche arbeiten. Aus diesem Bereich hat sich heute leider kein Unternehmen vorgestellt“. Vielleicht ja beim nächsten Mal…

Von Haniel Stiftung